Industriestandort, Fußballregion, Kulturhauptstadt – das Ruhrgebiet hat viele Facetten. Weniger bekannt ist eine weitere Vorreiterrolle: Als erste Großregion weltweit wurde das Ruhrgebiet 2013 mit dem Titel „Faire Metropole“ ausgezeichnet. Nun wurde dieser Titel bestätigt. Bei der Feier der Titelerneuerung im Sitzungssaal des Ruhrparlaments beim Regionalverband Ruhr in Essen erhielten 30 Kommunen, ein Kreis, der RVR und das Netzwerk Faire Metropole Ruhr erneut ihre Auszeichnungsurkunden. Dieter Overath, Geschäftsführer von Fairtrade Deutschland lobte das besondere Engagement im Revier für Fairen Handel und weltweite Gerechtigkeit.

Auch Herdecke trägt bereits seit Mitte Oktober 2015 den Titel der Fairtrade-Stadt und gehört damit zu den Wegbereitern der Fairen Metropole Ruhr. Nicht nur im Rathaus trinkt man fair gehandelten Kaffee und Tee, auch viele Einzelhändler und Gastronomiebetriebe haben Produkte aus Fairem Handel im Sortiment.

Eine gerechte Welt fängt vor Ort. Mit dieser Auszeichnung ist die Faire Metropole nicht nur Vorbild für NRW, sondern auch weit über die Grenzen des Landes hinaus. Bereits 2010 hatte sich das Ruhrgebiet – so auch die Stadt Herdecke – durch die Magna Charta Ruhr.2010 verpflichtet, auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verzichten. Die Unterzeichnung im Jahr der Kulturhauptstadt war ein erster Meilenstein – als Zeichen dafür, dass sich die Kommunen des Ruhrgebiets zusammentun für ein gemeinsames Thema.

Die Auszeichnung ist für die Initiatoren des Netzwerks Faire Metropole Ruhr nur ein Etappenziel. Weitere Pläne sind bereits gefasst: Ziel ist es, jede einzelne Kommune des Ruhrgebiets zur Fairtrade-Stadt auszuzeichnen, und somit den Fairen Handel bei der breiten Bevölkerung und in der öffentlichen Beschaffung voranzutreiben. Derzeit leben rund 4,3 Mio. Menschen im Ruhrgebiet in einer Fairtrade-Stadt oder -Kreis. Ziel ist, dass in absehbarer Zeit alle Kommunen aktiver Teil der Fairen Metropole Ruhr werden.

Die Akteure verstehen das Engagement der Kommunen für mehr Gerechtigkeit im Handel mit den Ländern des Südens, auch als einen Beitrag, um Fluchtursachen zu bekämpfen und den Menschen in ihren Herkunftsländern Perspektiven zu geben. Dazu wird auch aktiv Bildungsarbeit betrieben, wie beispielsweise das Projekt FaireKITA, bei dem  sich rund 100 Kindertageseinrichtungen beteiligen und sich mit globalen Themen beschäftigen.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.faire-metropole.ruhr, für Herdecke auf der städtischen Homepage unter www.herdecke.de.

 

Bild: Klimaschutzmanager Jörg Piontek-Möller, Doris Althaus als Vorsitzende der Steuerungsruppe inHerdecke und Antje Meyer von der Stadtverwaltung Herdecke (v.l.) nahmen die Urkunde entgegen. Foto: Faire Metropole Ruhr e.V. / Jan Drews

 

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