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Blaulicht

Feuerwehr-Großeinsatz an Silvester: Brand in Mehrfamilienhaus

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Die Freiwillige Feuerwehr Herdecke startete quantitativ mit lediglich zwei Silvestereinsätzen ruhig ins neue Jahr. Der erste Einsatz des Jahres um 0:11 Uhr hatte es jedoch qualitativ und inhaltlich in sich.

Zunächst wurde ein Brand an einem Gebäude in der Berliner Straße gemeldet. Es handelte sich um ein Wohngebäude an der Hochhausgrenze, in dem sich rund 150 Personen aufhielten. Während der Anfahrt ließ der Einsatzleiter aufgrund weiterer Notrufmeldungen auf „Feuer 2Y mehrfache Menschenrettung“ erhöhen. Der Treppenraum sollte verraucht und es sollten sich weitere Menschen im Gebäude befinden. Für die Feuerwehr Herdecke bedeutet dies Stadtalarm.

Bei Eintreffen des Einsatzführungsdienstes nach vier Minuten brannte es bereits ausgedehnt auf einem Balkon im ersten Obergeschoss. Das Feuer hatte sich bereits massiv auf die Fassade und den darüber liegenden Balkon ausgebreitet. Durch eine zuvor geplatzte Fensterscheibe stand zudem eine Ausbreitung auf die Wohnung unmittelbar bevor. Mehrere Bewohner versuchten, den Brand mit Feuerlöschern und Eimern mit Wasser einzudämmen.

Der Einsatzleiter ging zur Erkundung vor und wies die Bewohner im unmittelbaren Brandbereich an, ihre Wohnungen im Sinne des Eigenschutzes sofort zu verlassen. Die interne Brandwarnanlage des Gebäudes hatte ausgelöst, sodass zahlreiche Bewohner das Gebäude verließen und sich auf der Straße sammelten. Gerade in der Anfangsphase war die Einsatzlage daher undurchsichtig.

Mehrere Trupps gingen unter Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in das Gebäude vor. Die Einsatzstelle wurde in verschiedene Einsatzabschnitte gegliedert: Brandbekämpfung innen und außen sowie medizinische Rettung.

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Die Drehleiter der Feuerwehr Herdecke wurde über eine steile und schwierige Zufahrt in Stellung gebracht. Mit zwei C-Rohren im Innen- und Außenangriff konnte das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht werden. Der Brand hatte sich primär auf die Balkone im ersten und zweiten Obergeschoss ausgebreitet. Auf den Balkonen befanden sich unterschiedliche Brandlasten, die den Brandverlauf förderten. Zudem griff das Feuer auf die Wärmedämmung der Fassade sowie der Balkone über. Brüstungsteile der Balkone brannten ebenfalls. Zwei vor dem Gebäude stehende Fahrzeuge wurden durch Trümmerteile des Brandes beschädigt.

Eine Brandausbreitung in die Wohnung im ersten Obergeschoss konnte durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr und Bewohner in letzter Minute verhindert werden. Die Fensterscheibe war bereits geplatzt. Aufgrund starken Raucheintrags ist die Wohnung jedoch unbewohnbar und wurde von der Polizei zur Brandursachenermittlung beschlagnahmt. Durch eine automatisierte Überdruckbelüftung war der einzige Treppenraum stetig rauchfrei.

In der Anfangshase ging ein Notruf ein, dass sich in der 4. Etage eine gehbehinderte Person befinde, die Brandrauch ausgesetzt sei. Hier ging umgehend ein weiterer Trupp vor. Die Person in der vierten Etage war jedoch ungefährdet und wurde durch Kräfte der Feuerwehr Wetter dann beruhigt.

Über die Drehleiter mussten langwierig und intensiv unter Atemschutz Glutnester in der Fassade freigelegt werden.

Aufgrund der hohen Anzahl betroffener Personen wurde die Lage intensiv auf verletzte Personen erkundet. Der Rettungsdienst versorgte und sichtete mehrere Betroffene. Der Leitende Notarzt sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst koordinierten die medizinischen Maßnahmen. Insgesamt wurden sechs Personen notärztlich gesichtet, konnten jedoch vor Ort verbleiben.

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Insgesamt war die Anfahrt für die Vielzahl von Einsatzfahrzeugen sehr beengt. Der Einsatz musste daher gut strukturiert und koordiniert werden. Dazu wurde auch der Einsatzleitwagen der Feuerwehr mit IUK-Gruppe eingesetzt.

Unterstützt wurde der Einsatz durch Einheiten der Feuerwehr Wetter (Löschzug Alt-Wetter) mit einer Drehleiter sowie durch einen Pressesprecher.

Insgesamt waren zwei Löschzüge der Feuerwehr Herdecke, drei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der Leitende Notarzt sowie die Kreisfeuerwehrzentrale im Einsatz, welche neue Atemschutzgeräte zur Verfügung stellte. Somit waren 85 Einsatzkräfte vor Ort, die das Silvesterfest mit ihren Familien aufgrund des Einsatzes abbrechen mussten.

Nach Abschluss der Maßnahmen wurde die Einsatzstelle an die Kriminalpolizei übergeben. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens und zur Brandursache können seitens der Feuerwehr keine Angaben gemacht werden.

Leider wurden ehrenamtliche Einsatzkräfte auf dem Weg zur Wache im Bereich der Wittener Landstraße, Ecke Loerfeldstraße gezielt mit Feuerwerksartikeln beschossen. Auch in der Berliner Straße wurde während des laufenden Einsatzes weiter das neue Jahr begrüßt. Hier kam es aber zu keinem Beschuss der Einsatzkräfte.

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Abgesehen von diesem intensiven Einsatz blieb die Silvesternacht im Vergleich zum Vorjahr relativ ruhig: Bereits zuvor kam es um 18:57 Uhr zu einem kleineren Brand in der Rehbergstraße.

Am Neujahrsmorgen wurde die Feuerwehr um 10:16 Uhr in die Straße Vaerstenberg gerufen. Dort waren Teile einer Baustelle durch Windwurf umgefallen. Die Feuerwehr sicherte den Bereich.

 

Foto: Feuerwehr

 

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