Endlich ist es soweit: Das Koepchenwerk am Hengsteysee wird am Tag des offenen Denkmals, Sonntag 8.9., für Besucherinnen und Besucher von 11-17 Uhr geöffnet.

Bereits am Donnerstag gab es einen Empfang für Polit- und Stadtprominenz sowie arg handverlesene Pressevertreter. Wir konnten die wichtigsten Informationen Beim neuen Hausherrn, der Industriedenkmalstiftung beschaffen.

Dort findet man, dass es einen angemesseneren Zeitpunkt, das Industriedenkmal erstmals zu präsentieren nicht geben kann. Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Industriedenkmalstiftung: „An diesem Tag stehen die Denkmale bundesweit im Zentrum und wir freuen uns, das Programm mit solch einem Highlight, wie unserem national bedeutsamen Pumpspeicherkraftwerk, bereichern zu können.“

Ursula Mehrfeld und Ihr Team freuen sich darauf, am Sonntag um 11 Uhr die große Tür an der prominenten Seeseite des Koepchenwerks zu öffnen und die ersten interessierten Gäste zu begrüßen.

Seit die Industriedenkmalstiftung das Denkmal im Jahr 2017 in ihren Bestand übernahm, hat sich viel getan. Sicherungsarbeiten an Dach und Fach wurden durchgeführt und die RWE-Buchstaben auf dem zugehörigen Schieberhaus am Hang des Ardeygebirges nach historischem Vorbild als Lichtlandmarke rekonstruiert.

Schließlich bildete die Stiftung Gästeführer*innen aus, um das Denkmal in einem Rundgang anschaulich zu vermitteln und Besucherinnen und Besucher für die historische Pumpspeichertechnik der 1920er Jahre zu begeistern. Am Tag des offenen Denkmals ist Premiere: dann kann das Wissen endlich an die Öffentlichkeit weitergegeben werden. An insgesamt acht Stationen geht es um die Geschichte des Pumpspeicherkraftwerks und die großartige Ingenieursleistung der Pioniere für die Energiewirtschaft. Neben der Vermittlung der Technik werden der Denkmalwert und die Arbeit der Stiftung thematisiert. Der kleine Aufstieg auf die Empore der Halle bietet einen außergewöhnlichen Überblick über die großdimensionierten technischen Anlagen. Hier schlägt nicht nur jedes Fotografenherz höher.

Die Tagesgäste können aber auch einfach durch die Maschinenhalle schlendern, sich selbstständig umschauen und das Denkmal auf sich wirken oder sich von der Musik im Industrieraum verzaubern lassen, denn zwei Stipendiaten und Preisträger des Wettbewerbs Jazz@undesigned der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung, Marie Daniels (Gesang) und Max Blumentrath (Piano), werden das Tagesprogramm bereichern und mit den großen Maschinen in einen klangvollen Dialog treten. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt, die Firma dinner & co hält ein kleines Imbiss-Angebot bereit.

Und wer an diesem Tag keine Zeit hat, das Koepchenwerk zu besuchen, erhält künftig Gelegenheit, die Besichtigung in einen Sonntagsspaziergang einzubinden. Ursula Mehrfeld zufolge ist der Tag des offenen Denkmals der Auftakt für ein regelmäßiges Führungsangebot der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur am Koepchenwerk. „Ab dem 15. September werden zunächst an jedem 1. und 3. Sontag des Monats um 14 Uhr Führungen stattfinden. Je nach Zuspruch stocken wir auf. Und natürlich können ab Mitte September auch Gruppenführungen gebucht werden. Wir rechnen mit großem Zuspruch.“

 

Hintergrund

Das Koepchenwerk entstand in den Jahren 1927 bis 1930 und ist heute in einem nahezu authentischen technischen und baulichen Zustand erhalten. Es gilt als national bedeutendes Monument der Energiewirtschaft, da es zu den ersten Pumpspeicherkraftwerken größeren Maßstabs in Deutschland zählt. Der Denkmalbestand umfasst die Maschinenhalle mit Kommandohaus und vier originalen Maschinensätzen, außerdem die weit sichtbaren vier Druckrohrleitungen und das Schieberhaus mit dem auffälligen Firmenschriftzug RWE.

Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur bietet am diesjährigen Tag des offenen Denkmals an 13 ihrer insgesamt 14 Standorte die Möglichkeit, in vergangene Zeiten einzutauchen. Sie lädt zusammen mit den Partnern vor Ort, ehrenamtlichen Mitstreitern in Vereinen und Initiativen, zu Kurzführungen und Informationen über die Denkmale ein. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte der Monumente, sondern auch um ihre Rolle in der Gegenwart und Zukunft.

Die Tore öffnen sich auf der Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde, auf der Zeche Radbod in Hamm Bockum-Hövel, auf der Zeche Prosper II in Bottrop, der Zeche Sterkrade in Oberhausen, auf der Zeche Consolidation in Gelsenkirchen, der Zeche Fürst Leopold in Dorsten, auf der Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne, der Zeche Monopol in Kamen, auf der Zeche Schlägel & Eisen in Herten, auf der Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven, auf der Zeche Pattberg in Moers-Repelen sowie am Ahe-Hammer in Herscheid.

Am bundesweiten Tag des offenen Denkmals, initiiert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und ihren Partnern, öffnen historische Bauten und Stätten ihre Türen und Tore, die ansonsten nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Die Öffentlichkeit soll für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisiert und das Interesse für die Belange der Denkmalpflege soll geweckt werden. Der Tag des offenen Denkmals ist dank des Engagements von Städten, Gemeinden, Kreisen, Verbänden und Vereinen sowie Bürgerinitiativen möglich.

 

Tag des offenen Denkmals 2019 im Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk

11 Uhr: Eröffnung durch die Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Ursula Mehrfeld

11-17 Uhr: Erzählstationen zu Technik und Geschichte des Denkmals

 

Termin: 08. September 2019

Öffnungszeiten: 11 bis 17 Uhr

Adresse: Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk, Im Schiffwinkel 43, 58313 Herdecke

Der Eintritt ist frei!

 

Hinweise des Veranstalters:

Festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung werden empfohlen.

Vor Ort am Koepchenwerk sind keine Parkplätz vorhanden.

 

Foto: Markus Bollen

 

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