Leserkommentar zur Schüleranzahl in den Eingangsklassen der Hugo Knauer Grundschule.

Die neue Beschlussvorlage bezüglich der aktuellen Festsetzung der Eingangsklassen an den Herdecker Grundschulen gibt vielen Eltern Grund zur Besorgnis. Während alle anderen Grundschulen mit Eingangsklassen zwischen 18 und 24 Kindern starten, werden es an der Hugo Knauer Schule vermutlich 29 sein, wozu sogar 7 Kinder abgelehnt werden müssen. Und ob es im laufenden Schuljahr bei den 29 Kindern bleibt, ist in den Zeiten der Flüchtlingsproblematik noch nicht einmal absehbar.

Diese ungerechte Verteilung kommt deshalb zu Stande, weil man eine Zweizügigkeit, die eine Erweiterung der Grundschule durch Container oder einen Anbau nach sich ziehen würde, nicht in Betracht ziehen will.

Lieber nimmt man in Kauf, dass einige Kinder auf der Strecke bleiben, weil auch die beste Klassenlehrerin es nicht bewerkstelligen kann, 29 Erstklässler gleichzeitig optimal zu fördern und zu betreuen. Darüber hinaus akzeptiert man, dass bereits Kinder im Alter von 5-7 enormem Stress ausgesetzt sind, denn große Klassen lassen den Lärmpegel steigen und schränken die Bewegungsfreiheit ein.

Dabei ist die Schrabergschule für Kinder aus Westende keine wirkliche Alternative, denn ein selbständiger Schulweg ist hier aufgrund der nötigen Überquerung der Wittener Landstraße unmöglich. Eine Busverbindung besteht zwar, würde aber für Grundschüler eine kaum zumutbare Fahrzeit von über 40 Minuten bedeuten.

Viele Eltern fragen sich deshalb, warum nicht endlich Konsequenzen aus den Anmeldezahlen gezogen werden und ernsthaft über eine Zweizügigkeit und erweiterte Räumlichkeiten für die Hugo Knauer Schule nachgedacht wird. Aber vermutlich sind es wieder mal finanzielle Gründe, die vor das Wohl und die Bildungschancen unserer Kinder gestellt werden.

Als zusätzliche Belastung sehen sich die Eltern der zukünftigen Erstklässler der Ungewissheit ausgesetzt, dass es bisher keine offiziellen Informationen über die Betreuungssituation 2017/2018 gibt. Aktuell ist die Betreuung komplett belegt. Da es im nächsten Jahr keine Abgangsklasse gibt, werden keine Plätze frei. Viele Familien sorgen sich nun darum, ob an der Betreuungssituation etwas von Seiten der Stadt geändert wird, um den berufstätigen Eltern auch weiterhin die Möglichkeit zu geben, ihrem Beruf nachzugehen.

Anja Otten

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Symbolfoto / Archiv

 

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