Jährlich verschwinden zwei Prozent der Insekten weltweit. In 100 Jahren könnten sie ausgestorben sein, warnen Forscher. Pestizide, Monokulturen, zu wenig naturbelassene Wiesen sind einige Gründe. In vielen Städten sind Parkanlagen und Gärten geprägt von monotonen Rasen- und Schotterflächen, Kirschlorbeer, Rhododendren und zahlreichen weiteren fremdländischen Zierpflanzen. Für die heimische Insektenwelt sind diese Flächen nahezu wertlos.

Der Schwund der Insekten ist besorgniserregend und so gravierend, dass sofortiges Handeln vonnöten ist, um diesen negativen Trend zu stoppen und eine Verbesserung der Situation herbei zu führen. Die Stadt Herdecke möchte deshalb einen Beitrag dazu leisten, dem Rückgang der Insekten mit verschiedenen Maßnahmen entgegenzuwirken, um verloren gegangenen Lebensraum von Wildpflanzen und Insekten zurückzugewinnen.

Auf innerstädtischen Flächen wird beispielsweise das Angebot an Blütenpflanzen und Blühwiesen erhöht, um dem Insektenschwund entgegenzuwirken. Diese Flächen verfügen über eine hohe Artenvielfalt und haben im Frühjahr und im Sommer häufig auch eine ästhetische Erscheinung. Das oftmals gewohnte „ordentliche“ Bild einer gemähten Wiese kann dadurch allerdings nicht erreicht werden. Insbesondere in den Wintermonaten kann eine solche Fläche auch „unaufgeräumt“ und wenig ansehnlich wirken. Auch die Neuanlage von Wildblumenwiesen kann erst einmal zu Irritationen führen. Bis sich eine erste Blütenpracht zeigt, ist viel Geduld gefragt. Die Wiesen benötigen in der Regel einige Jahre, bis sie das gewünschte Ziel erreicht und sich stabilisiert haben. Die Stadt Herdecke sucht daher Patinnen und Paten für Grünflächen. Die entsprechenden Personen übernehmen dann die Pflege, wie z.B. die Bewässerung, den Rückschnitt der Bepflanzung und das Entfernen von Müll. „Auch Neupflanzungen können ein Teil der Patenschaft sein“, so Janina Flüs vom Bereich Umwelt & Freianlagen. „Wir haben zu diesem Thema den Flyer ‚Patin / Pate für Grünfläche gesucht‘ neu gestaltet, der im Rathaus und bei den Technischen Betrieben sowie auf der Webseite www.herdecke.de zu finden ist.“

Um die biologische Vielfalt zu erhalten, arbeitet die Stadt Herdecke zudem pestizidfrei. Der Einsatz hochwirksamer Pestizide führt zur Verarmung von Pflanzen- und Tierarten. Der Verzicht auf Pestizide ist daher ein wichtiger Beitrag gegen das Insektensterben.

Seit 2019 ist die Stadt Herdecke Mitglied beim Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“. Wichtigstes Ziel dieses Bündnisses ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt. Für Kommunen bietet dieses Bündnis unter anderem eine Plattform für den interkommunalen Austausch und liefert stetig Informationen über aktuelle Themen.

Weitere Tipps, was Bürgerinnen und Bürger tun können, um dem Insektensterben vorzubeugen, finden sich auf der Webseite www.herdecke.de unter der Kategorie „Biologische Vielfalt/Insektenschutz“. Interessante Flyer zu dem Thema wurden hier ebenfalls zusammengetragen, wie der Flyer „Blühende Vielfalt im Vorgarten“ der nua (Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW) sowie der NABU-Flyer „Gärtnern ohne Gift“ und der Ratgeber für insektenfreundliches Gärtnern der Stiftung für Mensch & Umwelt.

 

Titel: Symbolfoto / Bild im Text: Janina Flüs vom Fachbereich Umwelt und Freianlagen präsentiert inmitten des blühenden Grünstreifens zusammen mit Jürgen Richter und Dana Bieg von den Technischen Betrieben den neuen Flyer „Patin / Pate für Grünfläche gesucht“.

 

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