Der Street-Food-Markt im Oktober, der eigentlich in dieser Woche stattfinden sollte, wurde kurzfristig abgesagt. Ob es eine Fortsetzung gibt, ist derzeit eher ungewiss.

Veranstalter Jan Holtmann sagte, man sei mit dem Standort am oberen Ende der Fußgängerzone unzufrieden und wolle mit der Verwaltung über einen anderen Standort sprechen. Davon wolle man es auch abhängig machen, ob es eine Fortsetzung im kommenden Jahr gibt.

Der Markt hatte zuletzt im September nicht die Erwartungen der Händler erfüllt. Da wollten auch neue Ideen wie die Illumination von Gebäuden nicht so recht helfen.

Die Verwaltung wollte sich auf Anfrage nicht zu den Wünschen des Veranstalters äußern. Ein Sprecher sagte, man wolle den Gesprächen nicht vorgreifen.

Hinter vorgehaltener Hand sprach man in Händlerkreisen auch von „wenig hilfreichen Politikerkommentaren“, die dem Projekt zumindest nicht helfen würden. Wer da was gesagt haben soll, wollte man nicht sagen.

Uns wurden vor einigen Wochen bereits Informationen zugespielt, wonach ausgerechnet Wetters Spezialdemokraten Stimmung gegen den Abendmarkt gemacht haben. In einem Beitrag in sozialen Medien (Foto unten) bezeichneten die Genossen die Herdecker Veranstaltung als „billige Kopie“ und reklamierten für sich, die „einzig wahren Veranstalter von Abendmärkten“ zu sein. In der Tat gibt es in Wetter ebenfalls einen Abendmarkt, der einmal im Monat stattfindet. Der wird jedoch in einer Art Dauer-Wahlwerbeveranstaltung von einigen Top-Genossen veranstaltet.

Dass die Partei, die zumindest die politische Verantwortung für den beispiellosen Niedergang der Nachbarstadt tragen, gern mal neidisch in die Nachbarstädte schauen, ist nicht neu. Schließlich fahren zu jeder Herdecker Veranstaltung tausende Wetteraner. Und in Hagen durfte man sich neulich gar mit einer Klage gegen einen Supermarkt-Neubau an der Stadtgrenze auseinandersetzen, da die Wetteraner Genossen befürchteten wohl, das ihre Bürger in Zukunft sogar die Butter in einer anderen Stadt kaufen. Unterstützung bei dieser Klage erhielten die Genossen ausgerechnet aus Herdecke. Die Verwaltung hatte sich der Klage mit Zustimmung der Politik angeschlossen.

Während die Herdecker Verwaltung den merkwürdigen Beitrag der SPD nicht kommentieren wollte, gab sich Veranstalter Jan Holtmann gelassen: „Die machen auch Abendmarkt? Habe nie davon gehört.“

Der Autor dieses Beitrages ist der Meinung, dass man Kleinstädte nur mit klugen Konzepten und modernem Marketing lebendig halten kann. Unsportliches Verhalten und erst recht gerichtliche Auseinandersetzungen mit Nachbarn helfen dabei sicherlich nicht.

 

Titelbild: Symbolfoto / Screenshot: Instagram-Post des Wetteraner Marktbetreibers vom 08.09.2019. Der Beitrag erschien inhaltsgleich auch bei Facebook.

 

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