Eine Initiative zur Unterstützung der lokalen Wirt­schaft in Corona-Zeiten hat die Ewald Dörken AG, Herdecke, am 8. Mai 2020 auf den Weg gebracht. Das Unter­neh­men schüttete an je­de(n) Mitarbeiter*in an den beiden Stand­orten der Dörken-Gruppe 1.000 Euro aus.

Das Geld soll bevorzugt in Herdecke und Hagen für Ein­käufe, Dienst­leistungen oder Essensbe­stellungen bei der lo­ka­­len Ga­stronomie ausgegeben werden. Da­mit sollen die örtli­chen Unternehmen – vom Blu­men­händ­ler über den Fri­seur bis hin zum Lieb­lings-Italiener – unter­stützt und de­ren Geschäft „ange­scho­ben“ werden, so­weit es die ak­tuellen Lockerungen des Shutdowns zu­lassen. Gleich­zeitig wird damit allen Mit­arbei­ter*in­nen gedankt, die sich während der Corona-Krise en­ga­giert für ihr Unter­nehmen ein­set­zen, obwohl sie sich in ihrem Lebensum­feld zum Teil deutlich ein­schrän­­ken oder auf­grund von Kurz­arbeit Ein­kom­mens­­­ein­bußen hinnehmen müssen.

 

1.000 x 1.000 Dank

Anfang der zweiten Maiwoche werden alle Dörken-Mit­arbei­ter*innen auf ihren Kontoauszügen einen Nettobetrag in Höhe von 1.000 Euro entdecken. Was auf den ersten Blick wie ein Abrechnungsfehler aussehen könnte, ist in Wahr­heit eine Maßnahme zu Unter­stützung der lokalen Wirt­schaft in Herdecke und Hagen. Und ein gro­ßes und tief empfundenes Dankeschön des Unter­neh­mens an alle Beschäftigten, die in dieser schwie­rigen Zeit große Solida­rität unter einander und mit ihrem Unter­nehmen be­weisen und dabei viel Organisations­talent und Krea­tivität im Um­gang mit der schwierigen Situation an den Tag legen.

Gelüftet wurde das Geheimnis um den unerwarteten Geld­­segen bei einer sehr außerwöhnlichen Veranstaltung am 8. Mai 2020 im temporären Hagener Autokino auf dem Otto Acker­mann Platz. Aufgrund der Social-Distancing-Maß­nah­men war eine Prä­sentation der Aktion unter dem Slogan „WIR.IHR.HIER“ im Rah­men einer klassischen Be­­triebs­ver­sammlung nicht mög­­lich. Das Unternehmen lud deshalb so viele Mit­ar­bei­ter*innen, wie das Gelände unter den der­zei­ti­gen Rahmen­be­din­gungen aufnehmen konnte, in ihren Autos zu einem Kinoabend ein; alle anderen konn­ten sich von zu Hause aus zuschalten und das Geschehen im Live­stream verfolgen.

 

WIR

So erfuhren dann alle zeitgleich in einer Art „Vorfilm“ von der Aktion, die Dörken-Vorstand Thorsten Koch vorstellte und dabei den Hintergrund aus Unter­nehmenssicht erläu­terte: „Das Coro­na-Virus hat unser aller Leben durchei­nander gewirbelt. Beruflich und auch privat. Märkte, Menschen und Unter­neh­men müssen sich mit Problemen ausei­na­nder setzen, die wir so bisher noch nicht kannten. Auch unser Unternehmen ist von der Krise betroffen und wir mussten unseren Beschäftigten einiges abverlangen. Doch gerade in dieser Ausnahmesituation haben wir er­lebt: Wir können uns auf unsere Mitarbei­terinnen und Mit­arbeiter ver­lassen. Aber auch auf unsere Kunden und auf unsere Gesellschafter. Und deshalb haben wir – bei allen Problemen – noch riesengroßes Glück gehabt. Dafür ein ganz besonde­res Dankeschön!“

 

IHR

Die Mehrzahl der Dörken-Beschäftigten im Verwaltungs­be­reich arbeitet seit fast zwei Monaten im Homeoffice und muss dabei Beruf und Familie auf eine völlig neue Art und Weise unter einen Hut bringen. Die Mitarbeiter*innen in den Werken in Herdecke und in Hagen-Vorhalle sorgen mit Abstand zueinander, aber mit Teamgeist dafür, dass die Produktion immer noch läuft. Einige arbeiten auch in Kurz­arbeit und müssen dabei deutliche Einbußen hinneh­men. „Wir alle haben in den letzten Wochen viele unge­ahnte Pro­bleme meis­tern müssen. Wir sind auf räumliche Dis­tanz gegan­gen – und haben doch einen Zusammenhalt entwi­ckelt, der selbst für Dörken-Maßstäbe außerge­wöhn­lich ist“, so Thorsten Koch.

 

HIER

Doch außerhalb der Werksgrenzen gibt es jede Menge Probleme. Viele kleine lokale Unternehmen und Dienst­leister kämpfen mit dem wirtschaftlichen Überleben. Das wollte man bei Dörken nicht so einfach hinnehmen – und das nicht ganz uneigennützig. Denn als Unternehmen mit einer über 125jährigen Tradition am Standort Herdecke ist auch die Dörken-Gruppe angewiesen auf die Einbindung in ein funktionierendes Gemeinwohl und ein einladendes, vielfäl­tiges und modernes Lebensumfeld für die Be­schäf­tigten. Thorsten Koch: „Wir wollen deshalb unsere gelebte Solidarität auch nach draußen tragen und mithelfen, dass unsere loka­le Wirt­­schaft in Herdecke und Hagen wieder in Gang kommt. Wir brauchen den erfolgreichen Neustart des Handels, der kleinen Geschäfte und der Gastronomie. Damit unsere kulturelle Vielfalt, wie wir sie kennen und lieben, erhalten bleibt und unser Leben auch in Zukunft bereichert.“ In diesem Zusammenhang dankte das Unter­nehmen auch der Stadt Herdecke und der Stadt Hagen, die die Organisation der Initiative mit unterstützt haben.

Die Herdecker Bürger­meisterin Katja Strauss-Köster und Hagens Ober­bürger­meister Erik O. Schulz bedankten sich in ihren jeweiligen Gruß­worten und im Namen der lo­kalen Unter­nehmen und Dienstleister herz­lich für die Aktion. Die Dörkianer drückten ihre Zustimmung und ihre Freude vor Ort mit einem Hupkonzert aus und im Netz mit vielen be­gei­sterten Chat-Beiträgen.

Am Ende wurde es dann auch noch ein toller Filmabend. Los ging’s mit einem Poetry Slam aus dem Backstage-Wohn­­zimmer des deutschen Rappers Norman Sinn, der die Stimmung zu Corona-Zeiten perfekt einfing. Danach genossen die Autokino-Besucher den Streifen „Der Junge muss an die frische Luft“ bei Popcorn und bester Laune.

 

Foto: Dörken

 

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